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Ihr Ansprechpartner

Arnold Greilich

DRK-Seniorenzentrum in Mühlacker, Leitung
Telefon 07041 8190
Heimleitung-szm@
drk-pforzheim.de

Pflegekonzept

Mit dem Konzept einer Demenzbetreuung will sich unser Haus der Herausforderung der Zunahme an Demenzerkrankungen stellen und den Bewohnern einen Raum bieten in dem sie Geborgenheit und Förderung erfahren, damit ihre Fähigkeiten so lange wie möglich erhalten bleiben und sie sich ganz in ihrem Sein angenommen fühlen.
Das Gesamtkonzept der Demenzbetreuung basiert auf dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel. Sie benennt Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens, die sog. AEDL´s, die sich in den verschiedenen Schwerpunkten des Demenzkonzeptes wieder finden. Zum Konzept gehört auch, dass die von einer Demenz betroffenen Bewohner alles das, was sie noch können, selber machen. Es wird dabei an die Erfahrungen und Fertigkeiten angeknüpft, die ältere Menschen über Jahrzehnte erworben haben und die ihnen in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Ziel: Oberstes Ziel ist, dem Heimbewohner mit Demenzieller Erkrankung eine höchstmögliche Lebensqualität zu bieten. Die Bewohner stehen im Mittelpunk unserer Arbeit.
Unsere Arbeit besteht darin diese Menschen zu unterstützen, zu pflegen und zu fordern, sie auf diesem Abschnitt des Lebens zu begleiten. Um unser Ziel zu erreichen, legen wir unserer Arbeit die Biografie unserer Heimbewohner zu Grunde. Zu wissen, wer man ist, ist extrem wichtig, da die erkrankte Menschen sich selbst und somit seine Identität langsam verlieren. Die Biografie von Demenzerkrankten ist ein Teil der alltäglichen Pflege und Betreuung. Sie schafft eine Beziehung zwischen Bewohner und Mitpflegenden. Jeder Mensch definiert seine Person über das, was er erlebt und erreicht hat. Eine demenzielle Erkrankung nimmt den Betroffenen nach und nach ihre Erinnerungen und damit das Bewusstsein dafür, wer sie sind. Da ist es umso wichtiger, das die Mitarbeiter in der Pflegegruppe wissen, was die Menschen die sie betreuen früher kennzeichnete und prägte. Indem sie auf individuelle Gewohnheiten und Verhaltensmuster eingehen, stärken sie die persönliche Identität und gleichzeitig das Selbstwertgefühl der Betroffenen.
Das Wissen über die Biografie der Bewohner hilft dabei, Normalität zu schaffen. Eine Normalität unter Berücksichtigung des einzelnen Bewohners mit seiner eigenen Biografie. Denn "normal" ist das, was der einzelne Bewohner in seiner Geschichte als normal kennengelernt hat. Aufgrund der sich verändernden Umwelt und der sich stetig verändernden Gesellschaftsnormen kann sich diese Normalität der Demenzerkrankten von der Normalität der Betreuer stark unterscheiden. Deswegen ist es immens wichtig den Bewohner und dessen Geschichte kennen zu lernen, um ihn so besser zu verstehen. Ein Austausch über die persönliche Lebensgeschichte führt zu einem Geborgenheitsgefühl und einer Wertschätzung beim Bewohner und lässt das Pflegepersonal das Verhalten des Erkrankten verstehen. Dem Pflegepersonal kann manches gezeigte Verhalten komisch vorkommen und macht für uns im ersten Moment keinen Sinn. Wenn jedoch die Frage gestellt wird: Warum macht er/sie das? Und dabei die biografische Geschichte betrachtet wird, können manche noch so seltsam erscheinende Handlungen einen Sinn ergeben. Eine Biografie ist keine Auflistung der Ereignisse eines Bewohners, der am Einzug erstellt und abgeschlossen wird, sondern unterliegt einem ständigen Hinzufügen neu erfahrener Details. Eine Beziehung soll so früh wie möglich aufgebaut werden.

Aus diesem Grund bieten wir schon vor der Aufnahme in unserem Haus einen Besuch bei ihnen zu Hause an. Bei diesem Erstkontakttreffen werden wichtige Informationen, wie z. B. Gewohnheiten, Wünsche besprochen und festgehalten. Diese Informationen werden an das Pflegeteam weitergeleitet, so dass schon vom ersten Tag an die individuellen Wünsche, Bedürfnisse des Bewohners berücksichtigen werden. Um eine vertraute und willkommene Atmosphäre zu schaffen, soll das Zimmer des Bewohners schon vor der Aufnehme gerichtet werden, persönliche Gegenstände finden ihren Platz (z. B. Bilder), Kleidung und Pflegeutensilien werden eingeräumt. Die Bezugspflegekraft übernimmt für einen Bewohner eine sog. Patenschaft, die schon vor Einzug eines Bewohners beginnen kann. Ab dem ersten Kontakt wird sie/er die Ansprechpartner/-in für alle Bewohner betreffende Belange sein.

 

-    Sie ist verantwortlich für das Erheben der Pflegeanamnese und der Biografie.

-    Sie erstellt die Pflegeplanung und führt zusammen mit dem Bewohner sein Erinnerungsbuch.

-     Wenn möglich führt sie die Pflege selber durch.

-     Sie hat den Überblick über alle den Bewohner betreffenden Aktivitäten, Termine, Diagnostik und Therapie.

-     In Zusammenarbeit mit dem Bewohner und Angehörigen handelt sie dessen Versorgung aus, gestaltet das Zimmer und tritt für die Interessen des Bewohners ein.

-     Sie ist Schlüsselperson für die bewohnerbezogene Kommunikation und Kooperation an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen.

-     Sie ist Hauptansprechpartner für Angehörige und Bezugspersonen.